Gefühle zulassen; das Yin und Yang im Leben

Alles läuft rund in deinem Leben. Trotzdem bist du ab und zu niedergeschlagen. Undefinierbare Gefühle rauben dir deine positive Energie. Vergebens versuchst du diese zu ignorieren, wegzuessen oder powerst dich beim Training aus. Nichts nützt, um deine Gemütslage zu verbessern. Deine Gefühle zulassen ist zu anstrengend.

Was wäre wenn…

Doch was wäre, wenn wir diese verschleierten Gefühle zulassen würden?

Sie könnten mit uns in Verbindung treten. Und dann?

Mein Rezept bei Niedergeschlagenheit: Flucht nach vorne. Ich setze mich in die U-Bahn und fahre nach Myeong-dong, einem Einkaufsviertel in Seoul.

Myeongdong

Es gibt dort nichts, was es nicht einzukaufen gäbe. Wenn die Reklamen an den Fassaden zu leuchten beginnen und die Menschenmassen durch die Gässchen strömen, ist mein westliches Auge von dem Gewusel überwältigt. Wettkampfmässig dröhnt Musik aus den Läden.

Ich lasse mich mit dem Menschenstrom an den Einkaufsläden vorbeispülen und fühle mich wie neu aufgeladen.

Verstand oder Gefühl?

Obschon ich eingebettet von Menschen bin, verschwindet mein melancholisches Gefühlswirrwarr nicht ganz. Mein Verstand sagt mir; ich bin glücklich. In meinem Inneren ist jedoch ein fahles Empfinden, dass etwas fehlt. Im gleichen Augenblick schleicht sich eine undefinierbare Trauer an, welche ich so gar nicht einordnen kann.

Natürlich kenne ich das Gefühl der Trauer. Ich habe es intensiv erlebt, als ich die Schweiz verliess. In diesem Moment war es für mich schwierig, meine Gefühle zuzulassen. Ich war traurig über den Abschied. Im gleichen Moment aber auch glücklich, eine neue Welt entdecken zu dürfen.

Ich frage mich, ist es möglich gleichzeitig  glücklich und traurig zu sein? Welchem Zweck dienen die Gefühle in unsrem Leben?

Gefühle zulassen

Mir wurde diktiert.

Gefühle, ein Teil der Menschheit von großem Nutzen, aber auch Verwirrung schaffend.

Deine eigenen Gefühle sind die wahren Wegweiser des Lebens und helfen dir, Entscheidungen zu treffen.

 Gefühle sind stark und mächtig und sollen nicht für falsche Zwecke missbraucht werden. Jedes Gefühl, sei es im Moment auch noch so stark, dient einem Zweck und unterstreicht die Erkenntnis des Momentes. So beginnt der Prozess der Wahrheit und löst die Kaskade der Entwicklung aus.

Ich weiss, es ist nicht immer einfach, Gefühle zuzulassen. Aber wenn du erkennst, wie nützlich sie sind, und wie du sie gebrauchen kannst, wird dir vieles klarer.

Trauer, Schmerz oder Erkenntnis?

Trauer, überlegst du dir? Dies ist ein innerer Schmerz, der den Prozess des Abschiedes verinnerlicht. Abschied bedeutet lediglich Neuanfang. Dies sollte doch Glück sein. Warum trauerst du dann? Trauer versetzt dich in einen Zustand der Ruhe und der Leere und ermöglicht dir die Erholung und Pause vor dem Start. Du brauchst diese, um den Augenblick abschliessen zu können und in Ruhe die Geschichte der Vergangenheit zu beenden.

Trauer kann Glück verheissen

Lasse dich nicht verführen, die Trauer als Selbstmittleid zu missbrauchen. Erkenne sie als Zeichen für einen neuen Start. Blicke diesem mit Freude entgegen.

Freue dich über das Gefühl der Trauer, denn es verheisst dir Glück. Glück, etwas Neues erfahren zu dürfen und etwas Altes loszulassen, das dich schon lange begleitet hat und du jetzt nicht mehr brauchst.

Lasse deine Gefühle zu

Lasse die Gefühle zu, denen du begegnen wirst, erfreue dich an ihnen und erlebe sie mit offenem Geiste. Du wirst erkennen, dass jedes einzelne einem Zweck dient. Es bringt uns auf dem Weg, den wir gehen, ein Stück weiter.

Werte nicht über sie, denn es gibt kein Besseres und kein Schlechteres. Auch Glück soll nicht überbewertet werden. Es braucht einen Gegenspieler, wie das Yin das Yang, damit es gelebt, realisiert und verstanden werden kann.

Wünsche und Gedanken von Tempelbesuchern

Bewerte also nicht, wenn ein Gefühl auf dich zukommt, sondern nimm es mit offenem Geiste entgegen. Danke dafür und integriere es in deinem Weg.

Vielleicht löst das eine oder andere Gefühl in deinen Augen ein Unwohlsein aus. Dann erhältst du die grosse Gelegenheit, zu erfahren, was es damit auf sich hat. Verdränge es nicht, sondern stelle dich dem Prozess der Wahrheit.

Was kann dir dienlicher sein, als in deine Unwissenheit zu tauchen, die Gefühle zuzulassen und zu schauen wohin es dich trägt?

Vertraue auf deine innere Stimme

Sei gewiss und vertraue auf deine innere Stimme. Du wirst immer auf die Wahrheit treffen, sofern du dich mit klarem Geist und freier Seele dem Prozess der Entwicklung stellst. Und das tust du.

Scheue dich nicht vor dem Unbekannten. Wer sagt denn, dass hinter dem Tor der Unwissenheit nicht der Garten Edens auf dich wartet? Folge deinem inneren Drängen nach Entwicklung und stelle dich den Hürden, von welchen du glaubst, dass sie auf dich zukommen werden.

Hürden sind nichts als Kreationen unseres Selbst

Hürden sind nichts als Kreationen unseres Selbst. Sie existieren nicht. Wir produzieren sie, um uns der Selbsterkenntnis nicht auf direktem Weg stellen zu müssen.

Wer sagt denn, dass du solche Hürden brauchst? Es geht auch ohne. Es liegt alles in deiner Entscheidung. Wenn du den einfachen Weg ohne sie wählst, wirst du in Windeseile ins Tal der Erkenntnis geführt.

Wenn du sie vor dir aufbaust, dienen sie dir als Krücken, den Weg der Erkenntnis zu verlängern, und deine wahre Bestimmung nicht anzunehmen.

Verlasse also den Gedanken der Trauer. Stelle die Hürden des Lebens beiseite. Folge mir in das Tal des Lernens, was dir die Erkenntnis über so vieles bringen wird.

Pausiere und reflektiere

Wie klar mir doch plötzlich alles erscheint. Wir dürfen unsere  Gefühle zulassen und von ihnen lernen. Wir müssen ihnen weder ängstlich noch mutig entgegen treten. Sie dürfen einfach SEIN.

Was wäre, wenn du in dem Moment, in welchem sich dir ein undefinierbares Empfinden offenbart, pausierst und reflektierst?

pausiere, reflektiere, lasse deine Gefühle zu damit du sie erkennen kannst

Nimm dir die Zeit. Lasse die Gefühle zu, und beginne zu erkennen, was sie dir sagen wollen.

Welche Erfahrungen machst du dabei?